Symbolik der Auferstehung

Ein Überblick über die Symbole, denen sich die Künstler bei Darstellungen der Reinkarnation bedienen.

HASE

Beuys beschreibt den Hasen als die Kreatur, die das für den Menschen Unmögliche vermag: sich in die Erde zu inkarnieren. Es passt zu dieser Symbolsprache, dass diese Tiere mit offenen Augen schlafen. Aurelius Ambrosius notierte insbesondere die über die Jahreszeiten wechselnde Fellfarbe der Tiere als besonders geeignet, um Tod und Wiederauferstehung zu repräsentieren. Das weiße Kaninchen vor allem ist hier mit Jesus Christus assoziiert, man denke neben dem unten abgebildeten Werk an Tizians »Madonna mit dem Kaninchen«.

Man achte auf das Detail der zwei Hasen in Giovanni Bellinis Auferstehung Christi.


KNOCHEN

Eva ersteht aus der der Rippe Adams. Es verheißt Jesu Auferstehung, dass seine Knochen am Kreuz nicht gebrochen werden. Deukalion muss die Knochen der großen Mutter hinter sich werfen, um Leben zu schöpfen und alte Märchen berichten, wie das Sammeln der Knochen Wiederbelebung herbeiführen kann.  Mit einem Knochen – einer Eselskinnbacke, um genau zu sein – erschlug Samson tausend Philister. Der Bezug Knochen – Hase als verwandte Symbole begriffen schon die Azteken, die diese Tiere oft umschlossen von einem mit Wasser gefüllten Knochenhalbmond zeichneten.



KRÜCKE

Weniger in der christlichen, dafür umso mehr in der surrealistischen Tradition gilt die Krücke als das Todes- und Wiederauferstehungssymbol. Besonders durch Salvador Dalís häufige Verwendung der Krücke in Kontexten der Heiligendarstellung und in Gemälden, die den spanischen Bürgerkrieg illustrierten, erlangte sie Prominenz diesbezüglich. Die Krücke als Gespenst des Todes, die Krücke als Opfersurrogat, die Krücke als Fetischobjekt, das Todgeweihte aufrecht stehen lässt, findet sich nicht nur in den Malereien, sondern auch in den schriftlichen Erzeugnissen der surrealistischen Bewegung wieder.

Vermeers Geist, bekrückt.


KREUZ

Das Mächtigste ist das denkbar Simpelste. Kreuzt man die Vertikale, »die die unsere und die obere Welt vereinigt« mit der Horizontale, »die die Erdoberfläche und den Wasserspiegel darstellt«, erhält man das Kreuz. Schon in vorchristlichen Zeiten als vierspeichiges Radkreuz als Repräsentant des Lebenszyklus und der Sonne mythologisch aufgeladen, noch bevor es SIGNUM MORTIFICATIONIS und so »der furchtbare Zeuge« ward. Dass die Darstellungen durch Ankerkreuz, Kardinalkreuz, Schrägbalkenkreuz und wohl auch crux gammata so mannigfaltig sind, haben wir den Künstlern zu verdanken, die bemüht waren, die Grausamkeit Vierheitsdarstellung noch expliziter werden zu lassen. Das Baumkreuz der Mystiker, das Blumen und Blätter an den Kreuzenden sprießen lässt, zeigt die Todesüberwindung am unmittelbarsten auf.

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