Der Codex Hammurabi atmet zwischen seinen Kolumnen und Registern, den Vorgängern moderner Schriftzeilen, eben diese Härte: Wer die Welt verändern wollte, musste bereit sein, die Last der Verantwortung buchstäblich auf seinen Schultern zu tragen und unter den Ruinen seines Werkes notfalls zu sterben.
Rudel, Höhlen, Symbiosen brauchen keine Menschensprache. Zur Vereinigung genügen Laute der Empörung, Drohung und Verzückung. Die Kommunikation der Weltverbesserung ist zugleich virtuell und atavistisch, dem progressiven Selbstbild entspricht ein regressiver Sprachusus, der die genuin humane Darstellungsfunktion nicht braucht.
Manche Publikationen schmücken sich mit dem Begriff der Ästhetik wie mit einem modischen Accessoire, während sie im Kern noch immer der Sklavenmoral des „Guten“ anhängen. Wahre Ästhetik ist jedoch kein Schmuck – sie ist ein Exekutionskommando gegen die Mittelmäßigkeit.