Who said Romance is dead

Sagt ein Masochist zu einem Sadisten: „Bitte folter mich.” Sagt der Sadist: „Nein”, und so weiter … 

Sagt ein Masochist zu einem Sadisten: „Bitte folter mich.” Sagt der Sadist: „Nein”, und so weiter … 

Kanye West tat einst kund: „I actually like it when my bitch got a high body count.” Wie so vieles von Kanye eine verhasste Analyse des Zeitgeistes, die von der Welt direkt abgelehnt wurde. Die Leiden des jungen Christian Ulmen bestehen doch aus nichts anderem als darin, seiner Zeit voraus zu sein. Ein hoffnungsloser Romantiker, der doch nichts anderes will, als eine Frau, die ihm fremdgeht. Und wie die grausame Geliebte eines Sacher-Masoch-Romanes, verwehrt ihm seine sadistische Frau jedes Glück und bleibt ihm erbarmungslos und auf grausamste Weise treu; noch nicht einmal eine Affäre hatte sie sich erbarmt zu haben, diesem armen, ihr ergebenen byronischen Helden zuliebe. 

Sagt ein Masochist zu einem Sadisten: „Bitte folter mich.” Sagt der Sadist: „Nein”, und so weiter … 

Über die digitalen Vergewaltigungen, die Collien Fernandes durch ihren Mann erleiden musste, wurde schon ausführlich geschrieben, und wir wollen hier die systemische Ungerechtigkeit anklagen, unter der Cuckold-Chrizzy in dieser ganzen Affäre leiden musste. 

Die Kulturpessimisten haben diesem Hipster-Bärchen mit Haarausfall übel mitgespielt. Seit Jahren tönt und brüllt jeder Podcast über den angeblichen Sittenverfall, das Ende der Monogamie und diese unanständigen jungen Damen mit ihren Tinderprofilen und ihrer Hookup culture und allen möglichen Endzeitprophetien über die babylonischen Männerfresser, die diese Generation in die Welt gespien haben soll. Unser bescheidener Kuckucksvogel will doch nur EINMAL seine Frau von einem anderen Typen geknattert sehen, und auf einmal sind alle Andrew Tates und Sneakos wie auf einen Schlag verstummt und widerlegt. 

Wo sind denn diese Bonnie Blues und Mia Khalifas, die es ja angeblich für die armen deutschen Bubis so unmöglich machen, eine „anständige Frau” zu finden? Wohl doch nur anständige monogame Frauen, so sehr man auch nach Promiskuität schreit. Armer Chris. 

Die Fahne der Perversion und des Sittenverfalls halten wohl nur noch die Sofawichser Ulmen und seine Goonbros, mit denen er seine erotisierten Nazifantasien über seine Frau dichtet. Und dass Ulmen das Musterbeispiel des neuen Rechten ist, darüber müssen wir uns wohl nicht streiten, oder? 

Wenn die von Sellner und Co. proklamierte Metapolitik und ihr „culture war” eins erreicht haben, dann doch wohl, dass niemand mehr abstreiten kann, dass das Fantasieren darüber, wie andere Männer deine Frau ficken, ein stolzes und exklusives Kulturgut der Rechten ist. Was Ulmen sich da im Internet über Jahre zusammenmasturbiert hat, ist ein FSK12-Film im Vergleich zu den mentalen Hardcorepornos, die in Massenproduktion in jedem Identitären Gruppenchat täglich zusammengeschnitten werden. Was in diesen Köpfen täglich an „unseren Frauen” von „die Ausländers” [bitte in hardcore sächsischem Dialekt lesen] gefickt wird, das traut sich kein Brazzers oder Blacked.com-(derzeit 70% Rabatt auf das Monatsabo! Dankt mir später)Produzent zu filmen. 

Ein Wunder, dass die Rechten diese Affäre noch nicht genutzt haben, um mal wieder gegen Ehen zwischen verschiedenen Ethnien zu agitieren. Kein Wunder jedoch, dass die Ehe zwischen einer erfolgreichen, sittlichen, halbindischen Mediengröße und einem naturgemäß perversen, teutonischen Sofawichser zum Scheitern verurteilt war. 

Es ist zu befürchten, dass die monatlichen Hörerzahlen der Kulturpessimisten vom Aussterben bedroht sind, wenn man nicht bald die allesfickenden Ausländer und die sich von allen ficken-lassenden jungen Frauen findet, von denen man die ganze Zeit redet. Sonst muss man sich am Ende doch wieder Tinder runterladen und ernüchtert feststellen, dass man dort unter der „Ich suche nach”-Kategorie nur „Monogamie“ in den Profilbeschreibungen findet. 

Ich finde natürlich die Schuld muss man wie immer bei den Frauen suchen. Wenn die sich mal freizügiger anziehen würden, würden die vielleicht auch mal begrapscht werden. Aber auch da muss sich Cuckold-Chrissy mal selber an die Nase fassen, denn als wertkonservative Kuckucksrechte erachten wir es natürlich als die gottgegebene Pflicht des Patriarchen, dafür zu sorgen, dass ihre Frau auch mal gefickt wird. Nicht von einem selbst natürlich, dafür sind wir ja in Preußen.

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