„Es wäre eine Geschichtsschreibung zu denken, die keinen Tropfen der gemeinen empirischen Wahrheit in sich hat und doch im höchsten Grade auf das Prädikat der Objektivität Anspruch machen dürfte“1, heißt es in der Zweiten von Nietzsches vier Unzeitgemäßen Betrachtungen – Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben –, um darauffolgend aus Franz Grillparzers Aesthetischen Studien zu zitieren: „was ist denn Geschichte anders als die Art, wie der Geist des Menschen die ihm undurchdringlichen Begebenheiten aufnimmt.“2
Franz Seraphicus Grillparzer, im Jänner 1791 in Wien geboren und im Jänner 1872 ebenda verstorben, gilt als einer bekanntesten, wenn nicht gar als der bekannteste Dramatiker Österreichs, jedoch dürften trotz alledem seine Notate und Reflexionen zu und über Geschichte, vor allem in seiner Epigrammatik, kaum geläufig sein – das Gros dieser Epigramme schrieb er wortwörtlich für die Schublade, denn sie waren für keine Veröffentlichung vorgesehen.
Die Zeitspanne, welche er durchlebte, wird gerne als das Jahrhundert der Geschichte bezeichnet, charakterisiert durch ein Denken, welches die Kategorie der Zeit ins Zentrum rückt. Es handelt sich um jene Zeit, in welcher sich die Hegelsche Geschichtsphilosophie wie ein Lauffeuer ausbreitete, insbesondere der durch Karl Marx und Friedrich Engels konzipierte Historische Materialismus entnahm daraus seine gedanklichen Anleihen. Zudem erlebte der geschichtswissenschaftliche Historismus seine Hochblüte. Der jüdische Religionsphilosoph Jacob Taubes nennt Geschichte gar das „Leitmotiv des modernen Denkens.“3 Wie positionierte sich nun also ein ‚Unzeitgemäßer‘ wie Grillparzer – Nietzsche titulierte ihn in einem Brief des Jahres 1872 an den befreundeten Philologen Erwin Rohde als „fast immer eine[n] der Unserigen“4 – in diesen temporal bestimmten Denkverhältnissen.
Wir konstruieren uns einen Grillparzer
Auffällig sind die divergierenden, gar kontradiktorischen Interpretationen von Grillparzers Geschichtsdenken: Grillparzer gilt für Peter Wittmann als Denker einer undialektischen Historik,5 für den marxistischen Rechtsphilosophen Wilhelm Beyer ist er jedoch „Künder materialistischer Gedanken“6, wodurch bereits die erste Widersprüchlichkeit auftritt: Zumindest der Historische Materialismus, worauf sich Beyer auch bezieht, basiert auf der Prämisse der Dialektik. Marahrens versieht Grillparzers Geschichtsdenken wiederum mit dem Verdikt des Reaktionären, des „statische[n] Geschichtsbild[es]“7, welches in der Tradition ruhe, ganz anders Bietak, welcher in Grillparzers Gedichten, zwar entgegen einem teleologischen Fortschrittsdenken, eine Affirmation gegenüber „dem steten organischen Wachstum alles echten Schöpferischen“8 erblickt, welches sich in seiner und durch seine Beharrlichkeit entwickelt. Es ließen sich noch etliche weitere Beispiele anführen, dabei hat bereits Hofmannsthal diese zeitgenössische durch den Perspektivismus bedingte Deutungsdissonanz deutlich gemacht: „so war er den einen zu fortschrittlich, den andern zu reaktionär, den Ämtern schien er kühn und bedenklich, von der andern Seite gesehen kalt und an sich haltend“9.
Neben der Begriffsunschärfe und der Verwendung Grillparzers als Projektionsfläche liegt das Problem der unterschiedlichen Kategorisierungen und Zuschreibungen wohl darin, dass Grillparzer kein kohärentes Geschichtsbild entworfen hat, wodurch sich unweigerlich unterschiedliche Deutungen ergeben. Viele fokussieren in ihren Untersuchungen des Geschichtsdenken auf Grillparzers historische Dramen, aber auch auf Tagebucheinträge und sonstige Schriftzeugnisse, eher weniger auf seine epigrammatische Dichtung, die nachfolgend im Fokus steht.
Grillparzer und die Deutsche Philosophie
Um Grillparzers Geschichtsdenken anschaulich zu machen, betrachten wir zunächst seine philosophischen Dispositionen, welche sich, konzise gesagt, im Konsens mit Kants Transzendentalphilosophie und einer Aversion gegen Hegels spekulatives System ausdrücken. Angeregt durch Joseph Schreyvogel befasste sich Grillparzer mit der Kritik der reinen Vernunft. Kant diente diesen Denkern als Schutzschild gegen die Deutsche Romantik mit ihrem Irrationalismus und Dunkelmännertum. Grillparzer – der österreichische ‚Anti-Hegel‘ (Georg Scheibelreiter) – spottete in einem 1860 verfassten Epigramm den deutschen Idealisten:
Die Hegelsche Unheilsstiftung Gleicht einer Quecksilbervergiftung.
Hast du sie aus den Gefäßen vertrieben,
Ist sie in den Knochen zurückgeblieben. (I, 562)
Eine Geistesvergiftung also, welche sich, scheinbar unheilbar, im Innersten mit irreversiblen Schäden festsetzt. So wird aus Hegels säkularisierter Heilsgeschichte eine posthume Unheilsstiftung, welche über seinen Tod hinaus ihre toxische Wirkung auf das Junge Deutschland und die Linkshegelianer entfaltete, zu welchen etwa Arnold Ruge und David Friedrich Strauß, seines Zeichens evangelischer Theologe, gerechnet werden, denen Grillparzer nicht minder polemisch in seinen Epigrammen entgegentritt:
Strauß
Was machst du, Freund, so viel Spektakel, Kehrst uns den Glauben um nach neuer Regel? Ich mindestens glaube lieber zehn Mirakel, Als einen Hegel. (I, 454)
Dieses Epigramm lässt sich als Absage an den reichsdeutschen Protestantismus lesen. Im Glauben an das Mirakel schwingt ein barocker Katholizismus mit, welcher ein Faible für religiös motivierte, hagiographische Wundererzählungen aufwies. Dass Grillparzer allerdings an diesem Wunderglauben nicht sonderlich viel Gefallen hegte, beweist der Begriff des
„Mirakelplunder[s]“ (I, 526) im Epigramm Römische Studien. Das akzentuiert nochmals, wie sehr er „einen Hegel“ degoutierte. Die Kritik an Strauß wird in einem scherzhaft als Epithalamium betitelten Vierzeiler konturiert, darin stößt sich Grillparzer ebenfalls an den Umkehrungen, wie sie bereits im vorhergehenden Epigramm anklingen, wonach Strauß aus Historien Mythen erzeuge:
Das Härteste gar leicht verdaut der Strauß,
Ein beßrer Gatte kann sich dir nicht bieten, Denn bringst du auch Historien ins Haus,
Dein Mann erklärt sie folgerecht als Mythen. (I, 454)
In diesem Licht steht auch ein als Schelling betiteltes Sinngedicht: „Statt Philosophie der Mythologie, / Sag Mythologie der Philosophie.“ (I, 539) Auf diesem Ins-Gegenteil-Verkehren von zwei unterschiedlichen Denkweisen basiert Grillparzers Missbilligung, sprich, dass aus Historien Mythen werden, aus Philosophie wiederum wird Mythologie und vice versa, ohne dass eine Trennung von diesen widersprüchlichen Bereichen vorgenommen würde, sondern diese in hegelianischen und romantischen Kreisen in unreflektierter Weise verschmelzen. In einem Epigramm des Jahres 1843 über Ruge, also aus jener Zeit, zu welcher Ruge gemeinsam mit Karl Marx in Paris die Deutsch-Französischen Jahrbücher herausgab, heißt es:
Ruge
Nennst du die Deutschen niederträchtig? Das ist zu stark, zu viel, zu nackt.
Wer seiner Worte irgend mächtig,
Nennt sie aufs höchste abgeschmackt. (I, 459)
Diesen Anfeindungen steht die Verteidigung der Kantischen Transzendentalphilosophie, die Verteidigung des ‚Alleszermalmer der Metaphysik‘, wie Moses Mendelssohn den Königsberger Philosophen bezeichnete, gegenüber. In den Epigrammen lässt sich allerdings ausschließlich eines mit konkretem Bezug auf Kant ausfindig machen, welches auf das Jahr 1844 datiert:
Lass, ehrlicher Kant, sie reden, Sie kommen schon noch auf dich, Die Leugner des Dinges an sich Sind Denker außer sich. (I, 462)
Zugleich verbirgt sich auch in diesen Zeilen eine offene Abkehr vom Hegelianismus. Kant trifft die Unterscheidung zwischen einer Welt der Erscheinungen und einer intelligiblen Welt, zwischen Sinnenwelt und Verstandeswelt. Kant steckt mit seiner Kritik der reinen Vernunft die menschlichen Erkenntnisgrenzen ab: Der Mensch vermag durch seine epistemische Begrenztheit das Ding-an-sich, welches die absolute Wirklichkeit in ihrer Reinheit beschreibt, intellektuell nicht zu erfassen. Es bleibt allenfalls denkbar, aber eben nicht erkennbar, eine positive Bestimmung seiner Washeit (quidditas) bleibt daher ausgeschlossen – oder in den Worten Grillparzers: „Kants Philosophie ist die wissenschaftliche Anerkennung der menschlichen Beschränktheit.“ (III, 716) Hegel und dessen Anhänger negieren diese erkenntnistheoretische Postulierung, indem sie diese Erkenntniseingrenzung mittels des Erkenntnisvermögens für fraglich hielten, weshalb Grillparzer sie jedoch als „Leugner des Dinges an sich“ bezeichnet und somit Kant sekundiert. Der „Denker außer sich“ wandelt
außerhalb dieser gesetzten Erkenntnisgrenzen und verliert sich in metaphysischen Spekulationen. Grillparzer lehnt folglich den Geschichtsoptimismus hegelscher Prägung, wonach überhistorische Einblicke kraft der Vernunft möglich wären, ab. Ebenso verhält es sich mit dem daran geknüpften Glauben an einen Geschichtsverlauf zur Freiheit und Besserung hin. Wo Hegel die Geschichte als eine Fortschrittsgeschichte erzählen will, negiert Grillparzer diese Möglichkeit. Er greift denn auch zu drastischen Worten und bezeichnet Hegels System als „die monstroseste Ausgeburt des menschlichen Eigendünkels.“ (II, 40) Die Vertreter des spekulativen Intellekts thematisiert er polemisch in einem Epigramm als Kriegsvolk:
Marodeurs
Das Hegelsche Kriegsvolk
Aus dem Dienste der Philosophie, Macht jetzt unsicher die Straßen Der Geschichte und Poesie. (I, 547)
Eisenbahnen, Revolutionen und die Notbremse
Die dampfbetriebene Eisenbahn gilt vermutlich als das Symbol für die Zeit der industriellen Revolution schlechthin, entsprechend häufig wurde diese als Metapher für sozialpolitische Revolutionstheorien aufgegriffen. Die Eisenbahn beschleunigte das Alltagsleben und erweiterte die menschlichen Mobilitätsmöglichkeiten. Karl Marx prägte das berühmte Bild, dass
„Revolutionen […] die Lokomotiven der Geschichte“10 seien. Bei Grillparzer findet sich folgende epigrammatische Beschäftigung mit der Eisenbahn, welche aus retrospektiver Sicht Paul Virilios Paradox des ‚dromologischen‘ bzw. ‚rasenden Stillstandes‘11 zu beschreiben scheint:
Eisenbahn
Die Vivats sind gebracht Dem Zug auf allen Strecken. Die Vivats reisen schnell, Allein der Zug bleibt stecken.
Diese pessimistisch anmutende Attitüde gegenüber der zum Stillstand verdammten technischen Errungenschaft weckt zudem Reminiszenzen an Walter Benjamins Bezugnahme auf die zitierte Stelle bei Marx. In Anschluss an dieselbe sinnt Benjamin: „Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechtes nach der Notbremse.“12 Die rasende Zeit, also der Geschichtsverlauf, wird durch das revolutionäre Subjekt zum Stillstand gebracht: Benjamin verweist in diesem Zusammenhang auf die Praxis der Französischen Julirevolutionäre, auf Turmuhren zu schießen, um die Zeit anzuhalten.13 Wobei Grillparzer diesem messianisch-revolutionären Moment als sozialpolitischem Wandel wohl keineswegs zugeneigt gewesen wäre, sondern diesen, au contraire, negiert hätte. Beide teilen dennoch eine kritische Haltung gegenüber der historischen Temporalität und den Zeitverhältnissen. Grillparzer hegt in einem Epigramm, datiert auf 1859, die Hoffnung in andere Zeiten zu gehen:
Will unsere Zeit mich bestreiten, Ich laß es ruhig geschehn,
Ich komme aus andern Zeiten
Und hoffe in andre zu gehen. (I, 557)
Es haftet dem eine eschatologische Hoffnung an, das Sehnen „nach Ruhestand der Zeitereignisse, eine Unbeweglichkeit“14, eine Erfüllung der Ewigkeit, welche Walter Benjamin mit der Notbremse erhofft hat. Allerdings widerstrebt Grillparzer der revolutionäre Impetus generell, so auch des radikal-liberalen Lagers seiner Zeit, welcher im Jahr 1848 seinen Kulminationspunkt gefunden hat. Geißler erkennt in diesen vier Zeilen ebenjene Unzeitgemäßheit Grillparzers. Die ‚andern Zeiten‘ deutet er als eine „geistesgeschichtliche Ortung“15, als eine Besinnung auf den Josephinismus. Etliche Epigramme sparen nicht mit Kritik und Hohn gegen die liberalen Bestrebungen und Anliegen seiner Zeit, welche in der Grundstruktur an die zeitgleichen Tiraden Arthur Schopenhauers gemahnen, welcher einem Offizier seinen Operngucker überreichen wollte, damit dieser besser auf die Revolutionäre zielen und schießen könnte:
Freiheit wär eben das rechte Für euch und euer Geschrei. Ihr seid die gebornen Knechte
Der Dummheit und Schurkerei. (I, 491)
Der Freiheitsdrang, der uns kam über Nacht, Wird, fürcht ich, wenig leisten,
Wißt ihr, was mir ihn verdächtig macht? Die Lumpe ergreift er am meisten. (I, 496)
Die liberale Opposition degradiert Grillparzer hierin zu Knechten, welche sich erstmals von ihrer schurkischen Dummheit befreien sollten. Im zweiten Epigramm verdeutlicht er seine Skepsis, welche allein darauf beruht, dass der Freiheitskampf von Lumpen getragen wird.
Grillparzer versperrt sich bewusst dem Begreifenwollen der sozialen Unruhen, stattdessen fürchtet er bei diesen Erhebungen um die politische Ordnung. Zugleich aber ist für Grillparzer „die politische Revolution lediglich ein Austausch der restaurativen Willkür gegen die revolutionäre ‚Selbstsucht‘.“16 Der Umsturz des monarchistischen Obrigkeitsstaates erachtete Grillparzer auch gar nicht als Freiheit. Hierfür bedürfte es mehr als nur politischer Transformationsprozesse bzw. müssten diese zuvörderst auf einer Befreiung von der Dummheit basieren:
Wollt ihr frei sein, seid erst vernünftig,
Denn glaubt, nur der Vernünftige ist frei. (I, 494)
Die Revolution um ihrer selbst willen würde demnach keine positive Änderung herbeiführen, weshalb er sich wegen dieser zeitgeschichtlichen Entwicklungen resigniert, gar defaitistisch zeigte, sondern müssten die Menschen, welche revolutionär aufbegehren, erst Vernunft erlangen. Eine öffentliche Stellungnahme in Form eines Aufsatzes hatte er über die bürgerlich- demokratische Revolution des Jahres 1848 zwar intendiert, konnte diesen aber aufgrund „de[s] Ekel[s] über unsere Zustände“ (I, 1349), wie er in einem Gespräch mitteilte, nicht finalisieren und lancieren. Wenn Grillparzer nicht unbedingt ein Reaktionär im Sinne eines ideengeschichtlichen Zurück vor 1789 war, so doch ein antirevolutionärer Konservativer, den um die staatliche Ordnung bange war. Es handelt sich um einen Zwiespalt zwischen alten Josephinern vor 1848, zu deren promintesten Vertretern Grillparzer zählt, und den Liberalen nach 1848. Für Erstere war „die Aufklärungseuphorie der Liberalen Etikettenschwindel“17. Es war zugleich ein geistiger Ideenkampf, wer der wahre Träger des Erbes des Josephinismus sei. Grillparzers Konservativismus zielte vorrangig auf die Bewahrung und Weiterführung der Josephinischen Aufklärung.
Über Zyklen und Linien
Zu den zentralen Prämissen hegelscher Geschichtstheorien zählt die Annahme eines Endes der Geschichte, verstanden als dialektische Auflösung aller Widersprüche. In theologischer Analogie ließe sich dies als Anbruch der Endzeit mit dem Erscheinen des Messias beschreiben. Grillparzer verwehrte sich dem metaphysischen Prinzip des Weltgeistes, dieser vermeintlichen Logik der Geschichte, durch welchen sich der teleologische Ablauf realisiere, als Endzweck der geschichtlichen Entwicklung. Hegel versucht die Logik der Geschichte, also den linearen Ablauf, zu skizzieren, demnach realisiert sich der Weltgeist in mehreren Etappen, als allmähliche Durchdringung der Geschichte durch die Vernunft. In einem Tagebucheintrag notiert Grillparzer die Frage, welche, wie eingangs angeführt, zu Teilen von Nietzsche zitiert wurde:
Die Begebenheiten mögen wohl allerdings das Werk des Weltgeistes sein, aber die Geschichte? Was ist denn die Geschichte anders, als die Art wie der Geist des Menschen diese ihm undurchdringlichen Begebenheiten aufnimmt; das, weiß Gott, ob Zusammengehörige, verbindet; das Unverständliche durch etwas Verständliches ersetzt; seine Begriffe von Zweckmäßigkeit nach außen einem Ganzen unterschiebt, das wohl nur eine nach innen kennt; Absicht findet, wo keine war; Plan, wo an kein Voraussehen zu denken; und wieder Zufall, wo tausend kleine Ursachen wirkten. (I, 304, Herv. i. Orig.)
In diesem Absatz fehlt der Geschichte jegliche metaphysische Ordnung, zugleich wird eine Distanz gegenüber linearen als auch zyklischen Geschichtsbildern offenbar, welche ein Ordnungsprinzip über die Geschichte legen wollen. Grillparzer betont in dieser zitierten Stelle eine gewisse Unmöglichkeit die Geschichte zu begreifen, viel eher ist das wahrgenommene Kontinuum der Geschichte eine menschliche Konstruktionsleistung. Wo Hegel behauptet, Geschichte ließe sich bestimmen und verstehen, negiert Grillparzer die Einsicht in solcherlei Ordnung. Erst der poetische Mensch legt durch seine historischen Darstellungsweisen (narratio rerum gestarum) der Begebenheiten einen Plan in und über das Chaos der Geschichte, über die
„Zusammenhanglosigkeit des Lebens“18. Er erblickt darin keine Vernunft wie Hegel. In einem weiteren Epigramm ridikülisiert Grillparzer die Hegelianer und ihre Versuche über die Geschichte ein Deutungsschema zu legen:
Hör ich den Weltgeist euch zitieren, So find ich das begreiflich meist,
Glück auf! leiht euch die Welt den ihren, Denn ihr habt keinen eignen Geist. (I, 493)
Die Hegelianer weisen demnach kein eigenes Denken auf, sondern sie folgen dem Diktat eines vermeintlichen Weltgeistes. Entgegen der Theorie Hegels erblickt Grillparzer im Zeitenlauf keine historische Notwendigkeit. Jedoch entwickelt Grillparzer an anderer Stelle spenglerianisch anmutende, kulturmorphologische Ideen, welche der Zyklentheorie vom Goldenen Zeitalter und Verfall folgt: „Es ist etwas Eigenes um das Aufblühen und Verwelken der Völker. In jedem ist eine hervorstechende Kraft, die heilsam wirkt, so lange sie Hindernisse zu besiegen hat, nach diesem Siege aber sich gegen sich selbst kehrt.“19 Womöglich wird aus einer solch zyklischen Zeitkonzeption die Kritik an linearen Geschichtsbildern verständlicher, da es sich um konträre Theorien handelt, so schreibt Grillparzer auch über die Fortschrittshistoriker:
Die Historiker
So einem historischen Tropf Läßt der Fortschritt keine Ruh, Er stellt das Alte auf den Kopf
Und endlich das Neue dazu. (I, 575)
Eine solche geschichtswissenschaftliche Praxis, welche durch dieses Umstülpen des Alten das Neue schaffen will, weckt bei Grillparzer Vorbehalte. Das Fortschrittsdenken des 18. und 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen ein „Vorgang der Säkularisierung, durch den die Eschatologie in eine fortschrittliche Geschichte transponiert wurde.“20 Das Narrativ der christlichen Erlösung und des Gottesreiches wird im liberalistischen Denken zu einem linearen Geschichtsmodell umgemünzt, dessen teleologischer Endzweck die Aufhebung der Unterschiede darstellt. Jochen Schlobach akzentuiert allerdings, dass auch die Aufklärung nicht so einheitlich war, wie sie retrospektiv dargestellt wird: „Die These von der Perfektibilität des Menschen und einer historisch determinierten Gesetzmäßigkeit allgemeinen Fortschritts wurde jedoch schon von den Zeitgenossen als utopische Spekulation erkannt.“21 Geißler attestiert Grillparzer zwar ein „eschatologisches Denken“, das jedoch „nicht die Vollendung der neuzeitlichen Geschichte, sondern deren Ende und Umschlag in ein ganz anderes Weltverhältnis [anvisiert].“22 Doch geradewegs dieses Enden der einen Phase und das umschlagsmäßige Kippen in die andere Phase scheint charakteristisch für die antike Lehre der zyklischen Weltalter. Diese Theorien wollen letztendlich die historische Bestimmung des Menschen eruieren, doch Grillparzer erkennt diesen vermeintlichen Endzweck, diese Bestimmung in der geschichtlichen Rückschau bereits realisiert, nämlich in der klassischen Antike.
Ein häufig aufgegriffenes Sprachbild Grillparzers in Bezug auf den Fortschritt ist zudem jenes des Seitwärtigen und des Rückwärtigen, also alles, bloß nichts Vorwärtsgerichtetes. Dem Fortschritt im zeitlich-linearen Sinne ist in den Epigrammen stets der Aspekt von dessen Kehrseite, also des Rückschrittes oder zumindest des Richtungswechsels, inhärent – so in einer Warnung an einen „arme[n] Christ“:
[…]
Und all dein Fortschritt will nichts bedeuten, Als seitwärts oder rückwärts schreiten. (I, 505)
In einem weiteren Sinngedicht schreibt Grillparzer:
[…]
Und Fortschritt, wenn nicht weiter in der Bahn,
Wenn seitwärts aus der Bahn sie fortgeschritten. (I, 490)
Der Fortschritt wird dabei jedoch von seinem metaphorischen Gehalt gelöst und beim Wort genommen: All diese Zeilen thematisieren die Bewegung im Raum, den Schritt von einem Ort zu Hier und Dort, wobei es eben nicht unbedingt nach vorwärtsgeht, sondern dieser Fortschritt auch einmal vom geradlinigen Weg abkommen kann, denn das bloße Fortschreiten kennt keine Richtungsangabe, außer jene nach dem fort von einem Ort. Ein weiteres Epigramm aus einem Stammbuchblatt, welches auf eine Änderung des Sprachgebrauches abzielt, besagt schließlich auch:
Der Fortschritt schreitet fort vom Ort, Doch liegt oft seitwärts Hier und Dort.
Der Vorschritt wäre das rechte Wort. (I, 562)
Fortschritt sollte gemäß Grillparzer durch Vorschritt ersetzt werden, denn dieser Begriff enthalte das nach Vorwärtsgehende, der Fortschritt selbst könnte sich auch in der Kreislaufbewegung vollziehen. Dem Fortschrittsdenken galt also Grillparzers Feindschaft, insbesondere den „neu-deutschen Fortschritts-Phrasen“, worunter er „Nationalität, Sprachen- Abgötterei und übertriebene Wertschätzung der Geschichte“ (III, 916) subsummiert. Die Idee der Nationalität respektive des Nationalstaates ist eng verknüpft mit dem modernen Denken der politischen Romantik, welche auch im multiethnischen Habsburgerreich um sich griff und welche dem gegenüber dem Hause Habsburg loyalistisch23 eingestellten Grillparzer aus seiner konservativen Haltung heraus darum nicht minder verwerflich erschien, zumal der Nationalgedanke jeglichem monarchistischen Reichsgedanken feind ist. Aus dieser Stoßrichtung stammt schließlich das wohl am häufigsten zitierte Epigramm Grillparzers, welches vor allem in Bezug auf die Geschichte des Nationalsozialismus als Zeugnis einer Hellsichtigkeit heraufbeschworen wird:
Der Weg der neuern Bildung geht Von Humanität
Durch Nationalität
Zur Bestialität. (I, 500)
Das Epigramm, 1849 unter dem Eindruck der Bürgerlichen Revolutionen entstanden, speist sich gewiss nicht aus einer Ahnung von der Shoa, sondern aus der konservativen Gesinnung
Grillparzers, welcher den Phänomenen der Zeit skeptisch gegenüberstand. Diese vier Zeilen zielen also sehr wahrscheinlich nicht nur auf den Deutschnationalismus ab, sondern auch auf die Bestrebungen der slawischen Ethnien im Habsburgerreich, bspw. den Slawenkongress unter Federführung von František Palacký. Im Epigramm selbst skizziert Grillparzer eine Verfallsgeschichte, einen dreistufigen Niedergang des Bürgerlichen. Dieser erste Weg, die Humanität also, ist, wie es der Philosoph Walter Seitter darlegt, das „Stadium eine[r] narzißtische[n] Selbstverehrung der Menschen“24. In Folge entwickeln sich daraus die exkludierenden Nationalismen, welche das Fremde ausschließen. Geradewegs der Humanismus ist es, „der gar nicht anders kann als anderen Menschen die Menschennatur ab[zu]sprechen“25. Für Seitter „erschrickt – in eben diesem Epigramm – das Zeitalter vor sich selber“26.
Endbetrachtung
Helmut Bachmaier sieht in Grillparzer einen Vertreter eines ästhetischen Historismus, welchen er wie folgt definiert: „Die ästhetischen Gegenstände müssen weder im theoretischen Sinne richtig oder wahr, noch im moralischen Sinne gut sein. Solche Gegenstände sind aus den Lebensbezügen herausgenommen und historischen Bedingungen entzogen; sie werden frei verfügbar für das poetische Subjekt.“27 Uns erscheint diese Auslegung am naheliegendsten. Die vorliegende Abhandlung sieht aber ausdrücklich davon ab, Grillparzer in eine bestimmte geschichtliche Denkweise – sei es historisch-materialistisch, undialektisch, linear oder zyklisch – einzuordnen. Es lässt sich konstatieren, dass Grillparzer kaum als systematischer Denker anzusehen ist, der auf ein geschlossenes Lehrgebäude oder eine Schule abzielte. In seinem Werk offenbart sich vielmehr ein ungebundenes poetisches Blütentreiben, begleitet von einer gewissen Verwegenheit des Denkens, die sich keiner eindeutigen Richtung unterordnet. Unbestreitbar ist jedoch, dass sich Grillparzer in deutlich prononcierter Weise gegen Hegels spekulative Philosophie und gegen die romantische Poetik, etwa eines Schlegels, positioniert hat. Seine polemischen Epigramme richten sich zudem gegen den geschichtswissenschaftlichen Historismus, dem er einerseits die monomanische Lust an Fakten, andererseits die Anmaßung, das Göttliche durchschauen zu wollen, zur Last legt. Mit gebotener Vorsicht lässt sich sagen, dass sich nach Grillparzer kein überhistorisches Verständnis der Geschichte gewinnen lässt – schon gar nicht philosophisch oder wissenschaftlich; allenfalls die dichterische Schau vermag ein solches durch ihre Bildlichkeit annäherungsweise zu leisten. Kurz gefasst stellen Grillparzers Epigramme eine polemische Abrechnung mit der Geschichtsphilosophie (Hegel), der Geschichtswissenschaft (Historismus) und der Literaturgeschichte (Gervinus), wo er die „klare Anschauung, Erfassung und Formung des Wirklichen“28 vermisst und welche er stattdessen in der klassischen Antike vorfindet.
In Grillparzers Epigrammen schreibt sich die Differenz zwischen Katholischem und Protestantischem in Form von Österreichischem und Deutschem unweigerlich ein; dadurch wird seine Ablehnung des Hegelianismus und des Historismus, wenn nicht vollständig, so doch in wesentlichen Zügen verständlich: Es handelt sich um diametral entgegengesetzte Denkwelten, welche in differenten Traditionen stehen und daher in einen Widerstreit treten. Grillparzer lässt die eigene Konzeption der Geschichte außen vor. Grillparzers Geschichtsdenken lässt sich, zumindest in seiner Epigrammatik, eher ex negativo, genauer gesagt in der Kontrastsetzung zu konkreten Personen und deren Denken sowie Geistesströmungen bestimmen. Außerdem muss betont werden, dass Grillparzer zwar ein Antirevolutionär war, jedoch keineswegs ein Reaktionär im Sinne eines Joseph de Maistres oder Juan Donoso Cortés’ – dafür war er zu sehr der Josephinischen Aufklärung verpflichtet. Dennoch war er ein konservativer Denker, der den Phänomenen seiner Zeit überwiegend ablehnend gegenüberstand: sei es politisch, wie der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848, philosophisch, wie dem Junghegelianismus, oder literarisch, wie der Romantik und dem nachfolgenden Realismus; insgesamt zeigte er eine deutliche Skepsis gegenüber der Historizität seiner Epoche.
Mit einer Randbemerkung des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein, datierend auf das Jahr 1929, welche posthum in den Vermischten Bemerkungen publiziert wurde, schließen wir die vorliegende Abhandlung: „Ich glaube, das gute Österreichische (Grillparzer, Lenau, Bruckner, Labor) ist besonders schwer zu verstehen. Es ist in gewissem Sinne subtiler als alles andere, und seine Wahrheit ist nie auf Seiten der Wahrscheinlichkeit.“29
1 Nietzsche, Friedrich Wilhelm: Unzeitgemäße Betrachtungen II. In: Nietzsche, Friedrich: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, Bd. 1. Hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin/New York: De Gruyter ²1988, S. 243–334, hier S. 290.
2 Grillparzer, Franz: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte. Bd. 3.: Satiren – Fabeln und Parabeln. Erzählungen und Prosafragmente – Studien und Aufsätze. Hg. von Peter Frank und Karl Pörnbacher. München: Carl Hanser 1964, S. 304. Nachfolgend werden Zitate aus den Sammelbänden im Fließtext unter Angabe der Bandnummer in lateinischen und der jeweiligen Seitenzahlen in arabischen Ziffern ausgewiesen.
3 Taubes, Jacob: Vom Kult zur Kultur. Bausteine zu einer Kritik der historischen Vernunft. Gesammelte Aufsätze zur Religions- und Geistesgeschichte. München: Fink 1996, S. 200.
4 Nietzsche, Friedrich Wilhelm: Sämtliche Briefe Kritische Studienausgabe, Bd. 4: Mai 1872–Dezember 1874. Hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Berlin/New York: De Gruyter ²2003, S. 98. Auf diese Briefstelle wurde ich durch einen wissenschaftlichen Artikel aufmerksam, vgl. Salaquarda, Jörg: „Er ist fast immer einer
der Unserigen“. Nietzsche und Grillparzer. In: Behler, Ernst, Eckhard Heftrich und Wolfgang Müller-Lauter (Hg.): ‚Centauren-Geburten‘. Wissenschaft, Kunst und Philosophie beim jungen Nietzsche. Berlin/New York: De Gruyter 1994 (Monographien und Texte zur Nietzsche-Forschung 27), S. 234–256.
5 Vgl. Wittmann, Peter: Zu Grillparzers Rezeption von Kant und Hegel. In: Benedikt, Michael und Reinhold Knoll (Hg.): Verdrängter Humanismus – verzögerte Aufklärung. Band 3: Bildung und Einbildung. Vom verfehlten Bürgerlichen zum Liberalismus. Philosophie in Österreich (1820–1880). Klausen-Leopoldsdorf: Verlag Leben – Kunst – Wissenschaft 1995, S. 529–540, hier S. 538.
6 Beyer, Wilhelm R.: Grillparzers staats- und rechtsphilosophisches Bekenntnis. In: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 49 (1963), S. 77–83, hier S. 82.
7 Marahrens, Gerwin: Über Grillparzers Auffassungen der Geschichte in seinen theoretischen Reflexionen und seiner dichterischen Praxis. In: Strelka, Joseph P. (Hg.): Für all, was Menschen je erfahren, ein Bild, ein Wort und auch das Ziel. Beiträge zu Grillparzers Werk. Bern: Peter Lang 1995, S. 107–136, hier S. 114.
8 Bietak, Wilhelm: Grillparzer – Stifter – Feuchtersleben. Die Unzeitgemäßen des Jahres 1848. In: DVjs 24 (1950), S. 243–268, hier S. 252.
10 Marx, Karl: Die Klassenkämpfe in Frankreichreich 1848 bis 1850. In: Marx, Karl und Friedrich Engels Werke, Bd. 7. Berlin: Dietz Verlag 1960, S. 9–107, hier S. 85.
11 Bei Virilio meint dies in etwa, dass die ständige Erweiterung und Beschleunigung der Mobilität eine Immobilität bewirkt, bspw. führen immer mehr Autos auch zu mehr Stau, in welchem der Fahrende feststeckt und nicht weiterfahren kann. Vgl. hierzu insb. Virilio, Paul: Rasender Stillstand. Essay. München, Wien: Hanser 1992.
12 Benjamin, Walter: Gesammelte Schriften, Bd. 1. Hg. von Rolf Tiedermann und Hermann Schweppenhäuser. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1991, S. 1232.
13 Vgl. ebd., S. 702.
14 Mádl, Antal: Nikolaus Lenau und sein kulturelles und sozialpolitisches Umfeld. München: IKGS-Verlag 2005,
S. 233.
15 Geißler, Rolf: Grillparzer und das Ende der Metaphysik. In: DVjs 67 (1993), S. 123–139, hier S. 123.
16 Hasenkox, Helmut: Die Epigrammatik Franz Grillparzers als Ausdruck literarischer Reflexion im politischen und sozialen Umfeld des 19. Jahrhunderts. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 1989 (Bochumer Schriften zur deutschen Literatur 7), 156.
17 Fillafer, Franz Leander: Rivalisierende Aufklärungen. Die Kontinuität und Historisierung des josephinischen Reformabsolutismus in der Habsburgermonarchie. In: Hardtwig, Wolfgang (Hg.): Die Aufklärung und ihre Weltwirkung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010, S. 123–168, hier S. 153
18 Marahrens 1995, S. 112.
19 Zit. n. Salaquarda 1994, S. 239.
20 Koselleck, Reinhart: Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt. Frankfurt am Main: Suhrkamp ²1976, S. 7.
21 Schlobach, Jochen: Aufklärung und Kultur im Geschichtsdenken des 18. Jahrhunderts. In: Klein, Wolfgang und Waltraud Naumann-Beyer (Hg.): Nach der Aufklärung. Beiträge zum Diskurs der Kulturwissenschaften. Berlin: Akademie Verlag 1995, S. 3–12, hier S. 5
23 Diesem aber keineswegs kritiklos ergeben. Spätestens ab der Regentschaft Kaiser Franz Josephs I. äußert er sich über den Herrschenden in maliziöser Weise: „Man kann so leicht den Faden verlieren, / Ich habe mich schon öfter gefragt: Ruht er auf der Jagd aus vom Regieren, / Oder im Regieren von der Jagd.“ (I, 588)
24 Seitter, Walter: Unzeitgemäße Aufklärung. Franz Grillparzers Philosophie. Wien, Berlin: Turia & Kant 1991,
S. 171.
27 Bachmaier, Helmut: Grillparzers Geschichtsauffassung. In: Études Germaniques 47 (1992), S. 265–275, hier
28 Störi, Fritz: Grillparzer und Kant. Frauenfeld, Leipzig: Huber & Co. Aktiengesellschaft 1935, S. 122.
29 Wittgenstein, Ludwig: Über Gewißheit. Werkausgabe Bd. 8: Bemerkungen über die Farben. Über Gewißheit. Zettel. Vermischte Bemerkungen. Frankfurt am Main: 192019, S. 454.