1/10 – Lázár — Nelio Biedermann (Verlag: Rowohlt Berlin; 01.09.2025)
Im Waldschloss im südlichen Ungarn wird Lajos von Lázár geboren. Der Roman verfolgt über Jahrzehnte eine Adelsfamilie zwischen Macht, Liebe und Verlust, während Kriege, Revolutionen und Enteignung das 20. Jahrhundert in den Alltag schneiden.
2/10 – Zsömle ist weg — László Krasznahorkai (Verlag: S. Fischer; 10.12.2025)
Onkel Józsi lebt im Verborgenen und hält seine Herkunft als möglicher Thronfolger geheim. Eine Gruppe von Monarchisten und Archivaren spürt ihn auf und will ihn in die Politik ziehen. Er entzieht sich – und der Roman verfolgt die Flucht durch ein politisch aufgeheiztes Ungarn.
3/10 – Vaim — Jon Fosse (NO) (Rowohlt; 12.12.2025)
Jatgeir fährt mit dem Boot über den Fjord in die Stadt, wird beim Einkauf betrogen und legt spontan auf einer Insel an. Dort trifft er Eline wieder, seine Jugendliebe, die ihren Mann verlassen hat – Ausgangspunkt einer Dreiecksbeziehung.
4/10 – Wenn die Sonne untergeht — Florian Illies (DE) (S. Fischer; 22.10.2025)
Sommer 1933: Thomas und Katia Mann samt Familie leben im Exil in Sanary-sur-Mer. Das Buch rekonstruiert diese Monate aus Tagebüchern, Briefen und Erinnerungen: Alltag, Konflikte, Exilnetzwerke und die politische Bedrohungslage in Europa.
5/10 – Wackelkontakt — Wolf Haas (AT) (Carl Hanser; 09.01.2025)
Franz Escher, Wiener Trauerredner, wartet wegen einer defekten Steckdose auf den Elektriker und liest zur Ablenkung ein Mafia-Buch. Darin liest der Kronzeuge Elio Russo wiederum ein Buch über Escher. Die verschachtelte Handlung kreist um Identitätswechsel, Zeugenschutz und einen tödlichen Unfall.
6/10 – Abschied — Sebastian Haffner (DE) (Hanser; 03.06.2025)
Roman (1932 geschrieben, 2025 erstmals veröffentlicht): Raimund verbringt wenige Tage in Paris mit Teddy, die dort lebt; die Beziehung steht unter dem Druck des nahenden Abschieds und der Lage in Deutschland. Handlung als Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der frühen 1930er.
7/10 – Auf ganz dünnem Eis — Peter Stamm (CH) (S. Fischer; 08.10.2025)
Erzählungen über Neuanfänge und Brüche: ein Schweizer Skilehrer landet nach einem Unfall in einer westdeutschen Skihalle, eine Schauspielerin verliert sich in Rollen; Schnee und Eis überziehen eine verlassene Stadt
8/10 – Verzauberte Vorbestimmung — Jonas Lüscher (Verlag: Carl Hanser; 28.01.2025)
Drei Erzählräume: Ein algerischer Soldat erlebt den ersten deutschen Giftgasangriff und verlässt das Schlachtfeld. In einem künftigen Kairo beobachtet eine Stand-up-Comedian eine Androidin. Ein böhmischer Weber attackiert den automatisierten Webstuhl, der ihn ersetzt.
9/10 – Air — Christian Kracht (Verlag: Kiepenheuer & Witsch; 13.03.2025)
Paul, Schweizer Innenausstatter in Stromness auf den Orkney-Inseln, erhält einen Auftrag aus Norwegen. Die Reise löst sich schrittweise von der konkreten Arbeit und führt in eine verschobene Wirklichkeit, in der Erinnerung, Identität und Ort neu sortiert werden.
10/10 – Die Verdorbenen — Michael Köhlmeier (AT) (Hanser; 28.01.2025)
Anfang der 1970er kommt Johann zum Studium in eine Stadt und gerät mit Christiane und Tommi in eine Dreiecksbeziehung, die sich zu Obsession und Schuld verdichtet. Ein früh formulierter Wunsch („einmal im Leben einen Mann töten“) wird zur Handlungsmotorik bis zum Mord.